Von Lychee Lassi & schmatzenden Kühen

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Sonntag vormittag. 2.Tasse Kaffee grad eingegossen und nun erstmal die Glotze an. Was seh ich? Einen Kuhkopf. Auf 80cm 16:9. und die Kuh kaut. Sie kaut ganz genüsslich in großen, weit ausholenden Bewegungen, wie man das von Kühen so kennt. Plötzlich streckt sie sie sich nach vorne, macht den Halls ganz lang… und leckt irgend so nem Bauernburschen mit der ewig langen Zunge übers Gesicht. Der hat merkwürdiger Weise einen grellgelbe Schwimmbrille auf. Da hebt der Bursche seine rechte Hand in der ein Apfel prangt. Er hält sie weit nach oben, fast heroisch sieht er aus, als preise er den Apfel. „Mooooooag iiii!“ – auch der Ruf klingt wie ein Loblied auf den Apfel. Die Kuh reckt sich nach seiner Hand, streckt die Zunge immer weiter aus und züngelt an seinen Unterarm, bis er diesen senkt und der Kuh den Apfel in den weit geöffneten Mund legt. Die Kuh beginnt sofort wieder zu kauen, wiegt den kopf dabei samt hin und her und der Bauernbursche rutscht ganz dicht an sie heran, so dass sie Wange an Wange sich wiegen….. die Szene mit dem Apfel wiederholt sich dann noch ein paar mal. Und da die Swimmbrille vorne mit lauter kleinen Äpfelchen beklebt ist, ahne ich jetzt in welchem Universum ich mich befinde.
Ich bin beim ZDF. Bei der letzten großen Samstagabendshow. Bei Wetten dass..? Und der Bauer erkennt seine Kühe mit verbundenen Augen allein am Schmatzen… boah ey, wollt Ihr nicht nochmal Buntstifte fressen? 😉

Naja egal. Ich war gestern auch auf ner Samstagsabendshow. War aber viel geiler. Lychee Lassi haben hier im Dumont gespielt. Die Band kannte ich noch gar nicht, hatte aber gehört sie soll gut sein. Irgend sowas funkiges mit viel gescratche. OK….schaun mer mal. das Dumont selbst ist ziemlich klein. Ein sehr stilsicherer Laden mit schöner dunkler Holzbar, cremefarbenen Backsteinwänden, einem samtroten Vorhang und ner Tapete mit Goldglimmer an einer Seite. Als ich kam war noch wenig los, aber es füllte sich schnell. Vorne auf der Bühne, die fast 1/5 des gesamten Raums einnimmt, steht ein kleines Schalgzeugset. Zumindest kommt es mir so vor: Bassdrum, Snare, ein Highhat und ne Cymbal. Keine Toms oder so… naja. Dahinter, vor der Wand, steht ein Turntableset – ahja, …mit viel scratchen… auf dem Boden liegen jede Menge Effektgeräte und Fußschalter und da wäre auch noch Platz für 2 Leute. 2 langhalsige Saiteninstrumente liegen rum – ich kenn mich da ja nicht so aus – aber wahrscheinlich Gitarre und Bass. OK.

Dann betreten die Akteure die Bühne. Alle gekleidet in weiße Industrieoveralls mit schwarz abgesetzten Reißverschlüssen und weißen Turnschuhen. Vorne sitzt der Drummer. Sieht ein bisschen aus wie Oliver Pocher. Sagt kurz, dass sie Lychee Lassi sind, und dann gehts los. Der Typ gibt an diesem Abend auf jeden Fall das Tempo an und trommelt sich einen ab auf dem doch eigentlich vollkommen ausreichenden Drumset. Der Basser groovt die ganze Zeit von einem Fuß auf den anderen wippend wie ein schwankendes Uhrwerk. Und der Turntablemensch geht ab wie Puma, scratcht, dreht, cuttet, und spielt ab und zu ein paar bekannte Hiphop-Songs ein, aber so, wie man sie halt in der Combo noch nie gehört hat. Und der andere? Den kann ich nicht sehen. Aber eine Gitarre höre ich auch nicht. Eher so n komisches Gequiike und Gekreische… Ist aber der Gitarrist. Der nur in den meisten Songs seine Gitarre so quält und durch die Effekte jagt, dass man garnicht mehr hört, dass das ne Gitarre ist. Und tight klingt das Ganze! Hab noch nie so ne geile, aber total einfache Snare gehört. Bazz,bazz,bazz….
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Der Drummer geht so ab, dass er sogar bei einem Song die Drumsticks an der Snare kaputt haut. Der gebrochene Stick wirbelt durch die Luft und landet vor meinen Füßen – na das ist mal n Andenken! Also, falls Lychee Lassi mal bei Euch in der Gegend vorbeischaut – unbedingt ansehen und abfeiern!

Letzte Woche war ich auch schon aufm Konzert im Dumont. Da hat Moon gespielt. Die find ich schon länger toll hatte jetzt aber ne Zeit lang nix mehr von denen gehört. Musik geht so in die Richtung Goldfrapp, Garbage… manche sagen Björk, wegen der Sängerin… find ich aber garnicht so. Jetzt haben sie Ihr neues Album raus. Da würd ich zur Beschreibungsliste noch Mia oder so dazulegen. Singen jetzt auch auf Deutsch woran ich mich erst noch gewöhnen muss… aber die Band ist auf jeden Fall spitze!

Tja, soviel zu meinem persönlichen Update der Aachener Kulturszene. Nächste Woche geht es auch noch mal ab. Da ist die Weihnachtfeier in der Raststätte. Und unter anderem treten da Elektrowilli & Sohn auf. Die sind Teil von Modul8, nem Aachener Electroniclabel. Deren Hauptakteur auch hinter Alphawezen steckt, die ebenfalls ne neue LP draußen haben und bei denen ich vor 2 Wochen zum Konzert war. Die machen so Schwebcore electronic mit Gesang. Und an dem Abend hab ich auch noch zu späterer Stunde Schwefelgelb live gesehen, die ich mal als NDW-electropunk bezeichnen würde. Haben live auch tierisch das Haus gerockt!
Mensch,mensch…..Hammer. Dat Leben ist schon geil und in den letzten Wochen durfte ich jede Menge guter Musik hören und sehen. Gott muss ein Tänzer sein 😉 Garantiert.

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2 Kommentare zu Von Lychee Lassi & schmatzenden Kühen

  1. huber sagt:

    Hab mir alle Bands mal angehört und finde Schwefelgelb am interessantesten. Die Mischung aus „Punk“ und „Elektro“ klingt bestimmt gewöhnungsbedürftig aber irgendwie auch frisch. Man kann Schwefelgelb nicht mit Deichkind vergleichen, aber sie gehen grob in die gleiche Richtung, behaupte ich jetzt einfach mal.

  2. botzi sagt:

    Moin Haen-c,

    ja dann will ich mal hoffen, dass wir Sylvester auch auf so ner Lychee-Party landen…

    Freu mich drauf!

    Bis denne,

    botzi

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