Total Control (2)

Hier ein Link zu einem Flashfilm der sehr anschaulich den sich heranschleichenden totalitären Überwachungsstaat in Deutschland und anderswo beschreibt. Tja…. wie ich hier auch schon geschrieben habe – leise aber sicher landen wir in George Orwells 1984. Na Danke. Fuck Stasi 2.0! Und das alles weil so ein paar religiös-fanatisch Fehlgeleitete Bomben schmeißen müssen? Als würde da eine elektronische Überwachung was helfen. Im Nachhinein vielleicht; frei nach dem Motto: „Siehste – die waren es“. Aber zur Vorbeugung? Wohl kaum. Da wäre eine ordentliche Agentenaktion gefragt – von wegen verdeckte Ermittler usw…, aber das kriegt der Staat nicht hin, also müssen wir alle (sinnlos) unsere Freiheit opfern. Im Ernst – mir wird schlecht!

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6 Kommentare zu Total Control (2)

  1. pe sagt:

    Nettes Filmchen. Im Unterschied zum Orwellschen Szenario geht die Bedrohung aber eher von uns selber aus, als vom Staat (wie bei Orwell). Während die Bürger vor 10-15 Jahren bei einer Volkszählung noch auf die Barrikaden gingen, hinterlassen wir heutzutage im Internet nur allzugerne unsere Spuren. Da trägt man sich bei Xing, MySpace, Studiviz, Facebook und sonstwo mit all seinen Daten ein und macht sich keinen Kopf. Das ist ein Problem – nicht der Staat. Als Nutzer des Netzes sollte man sich halt Gedanken machen – und ja, ich weiss, der normale Jon Doe hat da keinen Schimmer von. Wer daran jetzt Schuld hat will ich hier gar nicht diskutieren. Aber im real-life verschicke ich ja auch keine Briefe ohne Umschlag, so dass sie jeder lesen kann. Bei EMail macht sich da keiner Gedanken – die sind nämlich nackt und können von jedem gelesen werden.

    Die Amis sind da mal wieder eine Ausnahme – im negtiven Sinne. Sowas wie mit Amazon und den Lesegewohnheite, welche an die Regierung übermittelt werden, gibt es in D zum Glück nicht. Da überschreitet man wirklich eine Grenze. Und ja – D hat den Schäuble und der will den Bundestrojaner (LOL). Allerdings geht es da eher um die von dir geforderte Agentenaktion:
    „Das Bundeskriminalamt (BKA) wirbt weiter für heimliche Online-Durchsuchungen und gibt dabei an, die Schnüffelsoftware hauptsächlich physisch nach dem Eindringen in die Wohnung Verdächtiger installieren zu wollen.“
    http://www.heise.de/newsticker/result.xhtml?url=/newsticker/meldung/93807&words=Sch%E4uble&T=sch%E4uble

  2. huber sagt:

    Ich denke die Anonymisierung der Menschen steht im direkten Zusammenhang mit der immer stärkeren Urbanisierung. (Wow, man könnte meinen ich hätte das studiert ;-)) Fahr mal aufs Land, oder in ein Dorf. Da brauchst Du keinen Überwachungsstaat. Da weiß jeder über jeden Bescheid. Klar kann Dein ganzer Tagesablauf überwacht werden und, klar, kann der Staat oder wer auch immer ganze Profile von Dir anlegen. Aber wenn es Dein Leben nicht direkt beeinträchtigt oder Du nicht mit zielgerichteter Werbung zugeschissen wirst… Ist das wirklich soooo schlimm? Ausserdem denke ich nicht das Du, oder ich oder wir für den Staat so interessant sind. Ein weiterer Punkt ist: Ich habe Kinder! Es gibt genug kranke Arschlöcher da draussen. Von mit aus könnte Ihr kompletter Schulweg und alle Spielplätze videoüberwacht sein. Wenn dadurch die kranken Arschlöcher abgeschreckt werden, soll es mir recht sein. Könnte noch mehr schreiben, muss aber wieder arbeiten 🙂

  3. Han-c sagt:

    Wow, 2 so lange Kommentare, da muss ich gleich mal antworten:
    @pe
    Klar geben viele Ihre Daten freiwillig für die Option eines roten Gummiballs (Payback) her, oder tragen sich mit vollem Namen bei MySpace, OpenBC und so weiter ein – ich aber nicht! Auch auf meinen ganzen Homepages steht eben nicht mein voller Name. Aber auch bei Orwell nötigt der Staat die Bevölkerung zur Überwachung, weil er sich in einem fiktiven Krieg befindet – die Parallelen zur Ausweitung der Überwachung wegen dem „Krieg gegen den Terrorismus“ (der ja auch irgendwie nicht fassbar ist) sind also gewaltig. Und was den Bundestrojaner angeht, so soll er „hauptsächlich“ bei physischen Hausdurchsuchungen installiert werden. Dieses Wort „hauptsächlich“ lässt aber eben gerade die Hintertüren offen, die mich stutzig machen. Die Videoüberwachung der Autobahnen war ja sogar „ausschließlich“ zur Kontrolle der OnboardUnits gedacht – und wird jetzt zur „Verbrechensbekämpfung“ eingesetzt – da wird das Wasser für den Frosch schon mal heiß gemacht (siehe Flashfilm).
    @huber:
    Ja, die Entfremdung der Gesellschaft geht mir der Anonymisierung einher. Schon komisch, dass wir so eng leben und trotzdem nicht wissen, dass der Nachbar seit 2 Monaten tot in der Wohnung hängt. Trotzdem finde ich es schlimm, wenn wir jetzt alle überwacht werden. Denn das Verhalten ändert sich, wenn man denkt man wird überwacht (egal ob das wirklich jemand ansieht) – man geht konform, probiert nicht aufzufallen, übt schonmal den totalitären Gleichschritt, der Regime wie die Nazis erst möglich gemacht haben… das ist sehr gefährlich! Zum Schutz der Kinder: Klar, wenn ein Spielplatz videoüberwacht ist und ein anderer nicht, werden sich die Perversen den letzteren aussuchen. Wenn aber alle überwacht sind, werden sie nicht aufhören pervers zu sein! Sie werden es trotzdem tun. Es sind Triebtäter. Sie können nicht anders. Wahrscheinlich werden die Folgeverbrechen (Tötungsdelikt) dann aber noch häufiger. denn wenn es schon Videospuren gibt hilft nur noch Zeugenbeseitigung. Ich weiß, dass ist hart – aber ohne Videoüberwachung hat der Täter eher das Gefühl da noch rauszukommen. Trieb- und Gewalttäter, sowie Terroristen kann man nicht mit Videoüberwachung schocken. Nur bei Kleindelikten lohnt es sich (Taschendiebstahl) – wie man in England sieht – weil hier das Risiko den Nutzen weit übersteigt und diese Täter überlegt handeln. Die andere Tätergruppe – die wir ja eigentlich mit der Überwachung bekämpfen wollen – lässt sich davon nicht beeindrucken, weil sie nicht rational, sondern emotional handelt.
    Hier noch ein Zitat (aus dem Artikel von pe) einer CDU-Innenpoloitikerin: „Ich verstehe nicht, dass die Bürger dem Staat weniger trauen als Aldi, Plus und Metro, denen sie bedenkenlos sämtliche Daten geben“
    Stimmt Ihr zu, oder gehen bei Euch die Warnlampen an? Bei mir brennt ein dickes rotes Licht! Warum? Auch hier wird das Wasser für den Frosch schon mal erhitzt und der Bürger mutwillig auf eine falsche Fährte gelockt. Denn bei Aldi und Plus gebe ich an was ich kaufe – und das auch nur bei denen. Die kennen nicht gleichzeitig noch meine email, mein Autokennzeichen, biometrisches Profil usw…. bislang sind die Daten dieser Kundenkarten ja noch nicht vernetzt. aber genau darum geht es bei der staatlichen Überwachung. Und genau das macht mir Angst!

    So – jetzt schreit auch bei mir wieder die Arbeit. Is schön mit Euch zu diskutieren 🙂

  4. huber sagt:

    Jetzt mal erhlich, hälst Du unseren Staat für so totalitär oder so böse? Du bist ein mündiger Bürger und so kannst Du Dich auch verhalten. Niemand wird Dich einfach so überwachen, selbst wenn es möglich wäre (ist es ja zum größten Teil heute schon). Das Wasser ist bestimmt schon ordentlich warm. Ich für meinen Teil fühle mich immernoch wohl in der Wanne. Ich vertraue darauf, das diese Überwachungsmaßnahmen bei Leuten angewendet werden, bei denen auch ein dringender Verdacht besteht. Und dabei geht es nicht um Falschparker oder Gelegenheitskiffer. Es geht zum Beispiel um Leute die Bomben in Zügen verstecken. Vorsorglich ausweisen oder einsperren kann man Sie nicht, ist ja verboten. Muss man deshalb also warten bis die erste/nächste Bombe explodiert? Die (lückenlose) Überwachung von Terrorverdächtigen wird vielleicht nicht jeden Anschlag verhindern (um mal bei dem Beispiel Terroristen zu bleiben) aber doch bestimmt einige, da bin ich sicher. Und wie die Leute damit um gehen, das Sie möglicherweise überwacht werden könnten möchte ich Dir anhand eines anderen Beispiels zeigen: Die Wahrscheinlichkeit an Lungenkrebs zu sterben ist bei Rauchern höher als bei Nichtrauchern. Das wissen auch die Raucher (bist ja selber einer). Bevor ich mir Sorgen um meine Freiheit mache, würde ich mir lieber Sorgen um meine Gesundheit machen. Worauf ich hinauswill:
    Die Leute wissen das es ungesund ist und trotzdem wird es gemacht. Genauso wird es sich bei den Überwachungsmaßnahmen
    verhalten. Sie wissen das Sie überwacht werden KÖNNTEN, aber es wird Ihnen scheissegal sein. Sie werden Ihr Leben trotzdem weiterführen wie Sie Bock haben. Ich glaube niemand wird sich anpassen oder unauffällig verhalten. Warum auch?
    Jetzt noch ein Wort zu den Perversen: Klar, Perverse sind Triebtäter und die wird es immer geben. Aber nix machen und warten bis das nächste Kind tot im Wald entdeckt wird ist auch nicht akzeptabel. Wenn ich mir vorstelle das würde meinen Kinder passieren…mir wird übel dabei. Das ist jetzt kein Gelabber. Mir wird schon alleine bei der Vorstellung schlecht, mein Magen krampft sich zusammen, Würgereiz… so gross ist meine Angst. Das kannst Du nicht nachvollziehen.
    Deswegen bin ich bei dem Thema viel empfindlicher als Du.
    Wenn es möglich ist diese Perversen zu überwachen…Bitte!
    Das mit den Folgedelikten halte ich für Quatsch. Welcher Zeuge (ausser dem Kind) soll den da getötet werden? Woher will der Perverse wissen wer seine Videodaten auswertet? Oder habe ich da was falsch verstanden?

    So jetzt mach ich Mittag!

  5. Han-c sagt:

    Huber – ich verstehe Dich da gut! Nur weil ich noch keine Kinder habe, heißt das ja nicht, dass ich keine Angst um Angehörige haben könnte. Das Folgedelikt wäre die Tötung des Kindes. Geschieht eh leider schon oft. Und ist ja noch viel schlimmer als das eigentliche Delikt (was schon schlimm genug ist). In den USA stehen Sexualstraftäter in einer Datenbank, die jeder einsehen kann – bringt aber auch nicht viel. Das einzige was etwas bringt, ist den Kindern früh beizubringen nicht mit Fremden zu gehen, zu reden und wenn jemand was tut zu schreien wie am Spieß! Das hält Triebtäter tatsächlich gut ab. Videoüberwachung hilft halt nichts gegen Perverse. Das verkleinert Deine Angst nun nicht. Aber überleg mal wieviele Kinder im Straßenverkehr umkommen – die Zahl ist weit höher! Nur darüber können die Medien nicht so reißerische Berichte schreiben, deswegen wird es weniger wahrgenommen. Außerdem – der weitaus häufigste Teil des Kindesmissbrauchs spielt im näheren Verwandten und Bekanntenkreis! (*richtig grusel!*)

    Ich weiß auch, dass ich vom Staat nichts zu befürchten habe und kann mein schlechtes Gefühl (übrigens auch körperlich!) bei dem Überwachungsstaat nicht rational erklären. …für mich ist auch das schlimmste, wie es uns untergejubelt wird. Siehe „hauptsächlich“…usw. Wir werden von unseren Politikern belogen (nichts neues), aber deswegen traue ich Ihnen auch nicht ganz, was Sie mit den Daten dann machen! Ein Beispiel der sich annähernden Meinungsunfreiheit ist die Behandlung der G8-gegner. Bei denen es sicher Chaoten gibt. Die aber von der (fast schon gleichgeschalteten) Presse und der Politik allesamt als Chaoten bezeichnet werden. Hast Du außer den vereinzelten Gewalttaten und dem Konzert für Heiligendamm irgendwas über deren Forderungen gehört? Also ich nicht. Dafür wurde ein Bild dieser Gegner gezeichnet, dass jeden Kritiker schon zum halben Terroristen macht. Das sind totalitäre Ansätze die mir Angst machen……

  6. pe sagt:

    Ich denke die Diskussion geht prinzipiell darum, ob der Staat pro-aktiv oder reaktiv vorgehen soll. Momentan schlägt das Pendel eher Richtung pro-aktiv, d.h. allerlei Maßnahmen *bevor* etwas passiert (Kameraüberwachung, Biometriepässen, Bundestrojaner). Das die allgemeine Terrorangst da ausgenutzt wird ist unbestritten. Allerdings sehe ich da – zum Glück – schon noch einen Unterschied zwischen Europa und den USA. Die Amis sind von ihrer Grundhaltung ja eher paranoid, da haben die Politiker leichtes Spiel.
    In D habe wir zum Beispiel die Datenschützer, die ja auch nicht müde werden, auf die derzeitigen Extremmaßnahmen hinzuweisen. Das blöde ist: Es interessiert keinen – oder besser gesagt, es rafft keiner. Das war auch der Grund, warum ich den Orwellvergleich nicht passend finde. Orwell beschreibt eine Diktatur – wir sind eine Demokratie. Das gruelsige ist, dass die Bürger sich selber offenlegen und zuwenig Eigeninteresse für die Probleme unserer Zeit mit sich bringen. Das war aber schon immer so und wird sich IMHO auch nicht ändern. Kleines alltägliches Beispiel: Für das Kaskadeprojekt verwenden wir Bluettooth (WiiMote). Bei den Ausstellungen haben wir festgestellt, dass sehr viele Besucher die Bluetoothfunktionalität *dauerhaft* eingeschaltet haben. Das öffnet jedem Tüt und Tor. Da braucht’s keinen Staat der das vorschreibt und der wäre in diesem Fall noch nichtmal so gefährlich. Viel beunruhigender finde ich, dass jemand mit bösen Absichten, das sehr einfach ausnutzen kann. Und die bösen sind hier nicht die typischen Kriminellen, sondern sitzen in Timbuktu oder sonstwo hinter einer Tastatur.

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