padKONTROL (3) – …und sie dreht sich doch

Nachdem ich in den letzten beiden Beiträgen festgestellt habe, dass der padKONTROL keinen Zustand der Schalter im Togglemodus anzeigt und mir dann klar wurde, dass das am MIDI-Protokoll liegt, hier nun die Lösung für alle Hardwarehersteller, wie es doch funktionieren würde.

padcontrol.jpg

2 Dinge müssen vom Kontroller gewährleistet sein:

  • Der Kontroller muss sich den aktuellen Status einer Szene merken können und bei Wiederaufruf wieder herstellen können
  • Die Lichtanzeige wird vollkommen von den Midifunktionen entkoppelt. (Wenn dies bei Fehlprogrammierung der User zu Verwirrung führt, sollte der Hersteller da drüber stehen – es liegt ja am Midiprotokoll und nicht an ihm)

Wenn sich der Kontroller den aktuellen Status merken kann, dann kann er auch z.B. immer das letzte aktive Pad anzeigen. Wenn des weiteren die Lichtfunktion entkoppelt ist, dann kann man eine Szene auch unterteilen: z.B. „Beleuchte das letzte aktive Pad in einer Reihe“ oder 2×8 usw….. Der Patternabruf funktioniert dabei über die „Momentary“-Schaltertypen. Der User selbst ist jetzt dafür verantwortlich, dass seine Lichtbelegung und seine Midibelegung zusammenpassen. Sprich, wenn er gewählt hat „Beleuchte das letzte aktive Pad in einer Reihe“, dann sollte er bei der Belegung seines Sequenzerprogramms auch darauf achten, dass in dieser Reihe 4 einander ausschließende Patterns einer Spur(LIVE) oder eines Sequenzers (z.B.Reason/Matrix) liegen. Welcher MIDI-Befehl vom Kontroller gesendet wird ist dabei eigentlich egal – auf die passende Zuordnung der Befehle kommt es an!

Bei Pads im Togglemodus leuchtet das Pad bei „on“ und ist aus bei „off“. Der Togglemodus ist z.B. dafür gut Spuren zu muten – hier braucht es ja 2 Befehle, bei der Patternansteuerung nur einen. Schalter im Togglemodus sollten die Lichtbelegung des Momentarymodus „überstimmen“. D.h. Angenommen ich wähle den Lichtmodus 2×8 (beleuchte das letzte angewählte Pad der beiden Padgruppen 1-8 / 9-16 so lange bis ein anderes Pad der jeweiligen Gruppe gewählt wird) und setzte dann aber die letzte 2 Pads auf „toggle“, so folgen diese dem on/off Prinzip und der Kontroller „versteht dies“ und ändert die gewählte Lichtanzeige eigenständig auf „Gruppe1: obere 1-8 / Gruppe 2: 9-14“

Bisher wäre das alles ja noch mit einem Hack des padKONTROLs zu machen, aber jetzt kommt der Punkt an dem es bisher hapert: Der Kontroller merkt sich bei Verlassen der Szene deren Zustand – also auch welche Lichter an waren und welche nicht. Das sollte ja wohl möglich sein!

Bei der Lichtbelegung hat man nämlich dann noch eine Funktion die besagt, was der Kontroller bei Wiederaufruf einer Szene macht:

  • „relight“ Der Kontroller stellt die Lichter wieder her, die beim Verlassen der Szene aktiv waren. Es werden aber keine Midibefehle gesendet
  • „retrigger“ Der Kontroller stellt nicht nur die Lichter wieder her, sondern sendet auch noch das entsprechende Midisignal
  • „none“ Der Kontroller macht nix beim erneuten Aufruf der Szene – die Pads bleiben unbeleuchtet…

Warum diese Fallunterscheidung?

Nehmen wir das Beispiel, dass ich 2 Sequenzer a 8 Pads auf eine Szene gelegt habe.

Wenn ich nun „relight“ wähle zeigt er mir die zuletzt aktivierten Pads der beiden an – dies müssen aber eben nicht die auch tatsächliche aktiven Pattern sein! Denn vielleicht habe ich in einer anderen Szene oder mit der Maus ganz andere Pattern der Sequenzer angewählt, die nun gespielt werden – ok, schön blöd und eben „Schuld“ des Users. Kann aber auch sein, dass ich vorher bei meinem Hauptsequenzer (z.B. LIVE) in eine andere Spalte gesprungen bin (z.B. für einen Break?), die dann automatisch auch die jeweiligen Pattern in dieser Spur aktiviert hat, die eben nun nichtmehr mit den Lichtern übereinstimmen!

Deswegen gibt es auch „retrigger“ – hier würden dann die entsprechenden Patterns wieder angewählt (einmaliger Kontrollerbefehl bei Szenenwechsel) Dann würden die Patterns auf jeden Fall zu den Lichtern passen. Dieser Fall wird wohl auch der wichtigste sein…. nur falls ich mir das eben nicht wünsche, dass die Patterns wieder getriggert werden (z.B. weil die Patterns länger sind (2 Takte) als die Quantisierung meines Sequenzers (1 Takt)), kann ich ja „relight“ oder „none“ wählen.

Auch im Togglemodus ist der „retrigger“ kein Problem – denn angenommen ich habe 14 Pads/Spuren an und 2 aus, so sendet er jetzt ja 14 an / 2 aus. Wenn die 14 schon an waren macht das nichts – doppelter an-Befehl bleibt ja immernoch „an“…. genauso bei „aus“!

Also liebe Hersteller, wo ist das Problem? Wahrscheinlich scheut Ihr Euch davor, dass bei diesem Konzept es zu nicht zum Zustand passenden Lichtern kommen kann – das könnte ja sich schlecht auf das Produktimage auswirken… aber anders geht es nunmal nicht mit dem MIDIprotokoll! Und statt dessen uns alle verhungern lassen mit den 500 Monome40h die es mal gab (und die als einzige Kontroller das und noch mehr können), bei ca 50000000 Anwender – na da lasst Ihr Euch was durch die Lappen gehen! Verstehe ich nicht…….

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10 Kommentare zu padKONTROL (3) – …und sie dreht sich doch

  1. pe sagt:

    Mannomann Wille, du machst dir echt zuviel Gedanken 😉
    http://www.novationmusic.com/automap/

    Wie du schon richtig erkannt hast, ist MIDI das Problem. Wurd‘ ja auch nie dafür gemacht – hat sich aber verdammt lange gehalten.

    Was du haben möchtest findest du in obigem Link – ist halt nicht von Korg. Die Hacker in deinem Link sind zwar gut drauf, aber das Ganze wird immer das bleiben was es ist: ein Hack. Dein Beitrag bzgl. Status merken im Controller ist eine Teillösung, dabei bleiben zuviel weitere offene Fragen. Deshalb der automap-Ansatz. Nur leider schaffen es die Herren der Musikhardwareindustrie nicht sich auf einen Nachfolgestandard von MIDI zu einigen. Muss mal wieder jeder sein eigenes Süppchen kochen. Ich persönlich glaub‘ deshalb an OSC – das ist OpenSource und frei von irgendwelchen Herstellereingriffen. Das Monome unterstützt dieses Protokoll übrigens auch und ist gerade deshalb so flexibel.

  2. Han-c sagt:

    Tja Peter…. wenn mich was nervt, dann mach ich mir schon viel Gedanken…. werd wahrscheinlich den padKONTROL umtauschen. Aber nicht in das Novationteil (echt klasse, aber ich hab schon ne Tastatur und Drehregler), sondern in ihn hier:
    http://faderfox.de/html/lx2_product_page.html
    Der zeigt den Status bei Toggle an, und sonst kann man 1 of 12 machen…! Na also. Geht doch! Muss ich halt nur die Midikabel wieder auspacken 😉

  3. pe sagt:

    Fcuk! Ich hab hier die Megaantwort geschrieben, die Lösung der komischen Rechenfrage ins falsche Feld getitppt und nach dem Klick auf den Backbutton ist jetzt mein Text weg! Das ist nicht gerade benutzerfreundlich 🙁

    Nochmal tipp‘ ich den Text nicht… sorry.

  4. pe sagt:

    Kurzfassung: Auch der Faderfox kann nicht alles, was du dir wünschst. MIDI ist schuld. Zur Zeit am besten automap. In fünf Jahren ist das Problem gelöst (1.tes Jahr: Hesterller kochen eigenes Süppchen, 2.tes Jahr: Hersteller realisieren das das doof ist, 3.tes Jahr: Hersteller einigen sich auf Standard, 4.tes Jahr: Prototypische Geräte, 5.tes Jahr: Geräte sind vernünfitg verwendbar).

    (Vorherige Version war ca. 2 Seiten lang – i’m slightly pissed).

  5. pe sagt:

    Du weisst, das es das Novation-Teil auch ohne Keys gibt?

    http://www.novationmusic.com/product.asp?id=30&Type=1&bArchive=False

    Nennt sich „ZeRO option without keys“.

  6. Han-C sagt:

    …mist – das mit dem spamfilter ist mir grad auch passiert – ich hatte die email vergessen… fuck, fuck. tz, an das addieren denk ich immer gleich, weils mir auch schon n paar mal passiert ist. arg***

    das novationteil klingt gut. automap! aber ich weiss nicht wie „auto“ das ist… bei mausclick in die application.. kann ich mir auch meinen eigenen set erstellen?? da muss ich mal gucken. die alte remote-serie hat sich außerdem nicht so gut angefasst…arg plastik.

    aber 5 jahre warten will ich auch nicht!
    können die nicht schon im 4.jahr sein und ich teste dann … 😉

  7. Han-C sagt:

    Damn… der LX2 hat ja nur Midi. Was soweit noch ginge, da mein pcr30a ja auch midi in/out hat. nur eben kein „thru“. der faderfox auch nicht. d.h., wenn ich den anschließe habe ich ein geschlossenes system – und komm nicht mehr an die midiclock bei nem livejam. ganz toll… herrgott nochmal!

    und der novation hat keine leuchtenden pads. ICH WILL LEUCHTENDE PADS! (menno….!) GEBT MIR BUTTONS MIT LICHT! (gibts doch im treppenhaus schon seit den 60ern…!)

    also, da würd sich für die 5 jahre doch noch mal lohnen, ein gerät zu entwickeln, was wenigstens die jetzt verfügbaren features in einer intelligenten version vereint? oder???? *argrrrrr*

    ey… ich kauf mir doch noch n lötkolben und so n monomebausatz… *frust*

  8. Han-C sagt:

    so – hab den blöden spamfilter mal abgeschaltet „did you pass math“…wenn man schon so heißt….;-)

  9. tom sagt:

    Kurz Bemerkung: Der LX2 hat Midi IN und OUT und damit ist doch die Einbindung eines weiteren Device zur Sync möglich.

  10. chefkoch sagt:

    Hey Tom. ..tja, der hat IN und OUT, braucht aber auch IN und OUT!
    OUT für die Knöpfe, damit die im Sequenzer ankommen. Und IN für den Zustand der Toggleswitches (usw), die er vom Sequenzer empfängt (der kann das ja anzeigen im Gegensatz zum PadKONTROL). Der PCR hat auch IN und OUT. Mit dem OUT füttere ich den LX2 mit Infos. Mit dem IN gibt der LX2 die Infos ans System.
    Fazit: kein IN mehr um ne Clock zu empfangen. Und kein OUT mehr um eine Clock zu senden. …da müsst ich schon meine MIDIpatchbay reaktivieren (nerv, noch n Teil zum rumschleppen!)
    Aber die Glovepieprogrammierung geht voran. Der PadKONTROL geht zurück und ich will das Geld wieder (4 Wochen Umtauschfrist). Dafür kauf ich mir dann ne Wiimote;-)

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